Abfallverbrennung

Logistik

EVI befindet sich an der deutsch-niederländischen Grenze im grenzüberschreitenden Industriegebiet Europark zwischen dem deutschen Ort Laar/Emlichheim und der niederländischen Stadt Coevorden. Aus dieser geografischen Position heraus kann EVI auf dem deutschen und dem niederländischen Abfallmarkt eine Rolle spielen. Die Verbrennungsanlage ist aus beiden Ländern kommend über Autobahnen/Schnellstraßen sehr gut erreichbar. EVI hat dennoch investiert in die Entwicklung alternativer Transportmöglichkeiten. Auf dem grenzüberschreitenden Areal wurde zur direkten Anlieferung bis an den Abfallbunker heran eine eigene Schienenanbindung realisiert, die mit dem deutschen und dem niederländischen Schienennetz verbunden ist. Zudem besteht die Möglichkeit, den nahe gelegenen Hafenterminal im niederländischen Coevorden zu nutzen, so dass auch die Anlieferung auf dem Wasserweg möglich ist.

Das Abladepodest für LKW hat 12 Entladebuchten, die eine gleichzeitige Anlieferung mehrerer Fahrzeuge ermöglichen. Auch die interne Logistik ist auf dem gesamten Firmengelände von EVI großräumig gestaltet mit ausreichender Wege- und Rangierkapazität, so dass Wartezeiten für anliefernde LKW nicht vorkommen und eine schnelle Abwicklung garantiert ist.

Die Luft in der Anlieferhalle wird kontinuierlich abgesaugt und als Verbrennungsluft genutzt. Dadurch entsteht in der Anlieferhalle ein Unterdruck und mögliche Geruchsbelastungen gelangen nicht in die Umgebung.

Investiert wurde zudem in eine Produktionshalle und Außnfläche für die Lagerung von Müll in Ballenform. Damit kann EVI stets die Anlieferung von Abfällen ermöglichen – unabhängig von aktuellen Kapazitäten – und hat in anlieferungsschwächeren Zeiten genügend Material in Reserve.

EVI garantiert somit zuverlässige Kontinuität in der Abfallentsorgung bei minimalen logistischen Kosten.

Abfallbunker

Unser Brennstoff

EVI verwertet hauptsächlich Haus- und Gewerbeabfälle. Insgesamt werden jährlich etwa 450.000 Tonnen Abfall verbrannt.

Die Art der Zusammensetzung von Abfall ist nie konstant – unter anderem abhängig von Herkunft und Jahreszeit – dies wurde bereits bei der Planung und Konstruktion der Anlage berücksichtigt. Daher ist EVI auch in der Lage Abfälle zu verarbeiten, die eine vielfältige Konsistenz an Stoffen besitzen. Berücksichtigt wurde ebenso die Anlieferung und Verwertung sehr grober Abfälle, für die ein Schredder im Bunker eingesetzt ist.

Direkt bei Anlieferung wird der Abfall zunächst kontrolliert und registriert. Erst dann wird die Ladung aus der Anlieferungshalle heraus in den Bunker gekippt. Im Bunker werden die Abfälle so gemischt, dass ein optimal homogener Brennstoff entsteht. Das Fassungsvermögen des Bunkers beinhaltet einen Verarbeitungsvorrat für etwa eine Woche. Aus dem Bunker kommend wird die Abfallmasse dosiert über einen Trichter dem Verbrennungsprozess zugeführt.

EVI ermöglicht mit dieser Flexibilität die kontinuierliche, ökonomische und effiziente Verwertung von Abfallstoffen.

Verbrennung

Zwei identische Dampfkessel bilden das wichtigste Element des Verbrennungsprozesses. Hier werden die Abfälle verbrannt und zugleich das Kesselwasser umgewandelt in 465 Grad Celcius überhitzten Dampf.

Der eigentliche Verbrennungsprozess geschieht auf beweglichen Rosten. Die Abfälle gelangen mittels einem hydraulischen Schieber aus dem Trichter auf das Kesselrost, das sich langsam vorwärtsbewegt. Somit verbrennt die Masse innerhalb von circa zwei Stunden. Die Verbrennungsluft wird von unten eingebracht. Mit Hilfe von achtzehn automatisch geregelten Klappen für die Luftzufuhr wird die Temperatur des Feuers im Kessel idealerweise so konstant wie möglich, mindestens jedoch immer über 850 Grad Celsius gehalten. Einige Meter oberhalb des Verbrennungsrostes ist in der Verbrennungszone ein Prismabalken (FCC) eingebaut. Dieser sorgt für zusätzliche Turbulenz der Rauchgase im ersten Zug des Kessels. Damit wird die Homogenität der Nachverbrennung gesteigert und ein sehr niedriger Kohlenmonoxidgehalt (CO) realisiert.

Die Verbrennungsroste sind wegen der hohen Temperaturen durch Wasserkühlung geschützt. Die hier entstehende Erwärmung wird zurückgeführt in den Dampfkreislauf. Dies dient der Steigerung der Anlageneffizienz.

Ausgehend von der Verbrennungszone passieren die entstehenden Rauchgase die drei Strahlungszonen des Kessels.

Dampfproduktion

Dampf mit 60 bar Druck und 465 Grad Celsius

Zur Energiegewinnung werden Strahlungs- und Konvektionswärme aus dem Verbrennungsprozess intensiv genutzt.

Genauer: Nach dem Verbrennungsprozess im Feuerraum des ersten Zuges, gelangen die entstandenen Rauchgase in weitere zwei Züge des Kessels. Dabei wird Wärme abgegeben. Die Züge sind ausgerüstet mit Membranwänden, in denen durch Strahlungswärme Wasser erhitzt wird. Dadurch wird Prozessdampf erzeugt. Die Temperatur der Rauchgase reduziert sich auf dem Weg durch drei vertikale Züge von 1.100 auf 640 Grad Celsius. Im weiteren Verlauf durch einen horizontalen vierten Zug passieren die Rauchgase ein Bündel aus insgesamt sieben Wärmetauschern. Mit dem erzeugten Dampf wird eine Turbine zur Stromerzeugung angetrieben. Bei Eintritt in die Turbine darf der Dampf keine Tropfen mehr enthalten, und wird daher im vierten Zug überhitzt. Diese Überhitzung spielt eine bedeutende Rolle für die Effizienz der gesamten Anlage. Die Rauchgase verlassen die Kessel mit einer Temperatur von 180 Grad Celsius. Nach dem Passieren weiterer Wärmetauscher gelangen die gereinigten Rauchgase mit einer Temperatur von 130 Grad Celsius über die Schornsteine aus der Anlage.

Die gesamte Kesselkonstruktion ist darauf ausgerichtet, soviel aus der Abfallverbrennung nutzbare Energie wie nur möglich in Dampf umzuwandeln. EVI hat daher ein Dampfparameter von 60 bar Druck und eine Temperatur von 465 Grad Celsius gewählt. Die effiziente Verwertung der Verbrennungsabwärme zur Stromerzeugung ist wichtiges Element der ökonomischen und ökologischen Nutzung der Verbrennungsanlage.

Rauchgasreinigung

Rauchgase entstehen während der Verbrennung von Abfall und enthalten Verunreinigungen, die ungefiltert nicht in die Umgebung gelangen dürfen. EVI bemüht sich als eine der modernsten Verbrennungsanlagen intensiv um eine klima- und umweltgerechte Kreislaufwirtschaft. Die Rauchgasreinigung ist ein wichtiges Element zur Realisierung vorbildlicher Emissionswerte:

In zwei parallel geschalteten Zyklonen werden zunächst größere Staubteilchen abgeschieden. Um eine lange Reaktionszeit zu realisieren, wird direkt nach den Zyklonen Natriumbicarbonat zudosiert.

Anschließend gelangen die Rauchgase in den Absorber, dort können Kalkhydrat und Aktivkohle (HOK) eindosiert werden. Schädliche Inhaltsstoffe der Rauchgase binden sich an diese Zusätze.

Auf dem Weg aus dem Flugstromreaktor strömen die Rauchgase durch zwei parallel betriebene Membranfilter. Schadstoffe werden hier durch hochwertiges GORE-TEX PTFE Filtermaterial abgesondert. Mit diesen modernsten Gewebefiltern ist EVI in der Lage Emissionswerte zu realisieren, die unter 50% des zugelassenen Grenzwertes für Feinstäube liegen.

Aus den Filterkammern gelangen die Rauchgase in einen Niedertemperatur SCR-Reaktor, dort erfolgt die Reduktion der im Rauchgas enthaltenen Stickoxide. Das gereinigte Rauchgas verlässt über zwei 70 Meter hohe Schornsteine die Anlage.

Mit einem optimal gesteuerten Verbrennungsprozess und dieser technisch hochwertigen Rauchgasreinigung kann EVI strengste Emissionsgrenzwerte nicht nur einhalten sondern sogar unterschreiten. Darauf sind wir sehr stolz.

EVI veröffentlicht online ihre Emissionswerte auf dieser website. Siehe auch EMI-werte.